Entstehung

Rohbau
 
Ein Holzhaus zu bauen, ist ein bisschen wie ein Zaubertrick…
Zuerst laufen spannende Vorbereitungen, ohne zu sehen, was dabei rauskommt:
Bagger arbeiten am Baugrund, Säulenfundamente ragen aus dem Boden. Sie hinterlassen übrigens wegen des reduzierten Materialeinsatzes einen kleineren Kohlendioxidfußabdruck gegenüber einer Beton-Bodenplatte.
Mit einem Trommelwirbel und unter erwartungsvollen Blicken rollen Boden, Wände und Decke an. Die Zimmerleute fügen die Elemente zusammen, Fenster rein, Dach abdichten, passt! Nach zwei Tagen ist – Hokuspokus – alles fertig!
Wirklich alles fertig? Für uns folgen vier Jahre Hausbau mit vielen weiteren kleinen und großen Tricks: innen und außen.

Der Schule aufs Dach gestiegen!
 
Hoch auf dem Schuldach stehen 90 % der EnergieHaus-PV-Anlage. Der Bau war nur was für Profis, die schwindelfrei und wagemutig sind und sich nicht vor mühsamer Arbeit drücken. An der vorderen Reihe haben wir nur mit Seilsicherung gearbeitet. Dort war dafür die Aussicht am besten!
Nur der Rest der Anlage befindet sich auf dem EnergieHaus, da wir für weitere Module hier unten zu wenig Sonne haben. Das Schulhaus verschattet zu früh das ganze Dach.
Insgesamt macht die 10 kW-Anlage unser Passivhaus zum EnergiePlus-Haus.

Bretter, die die Welt bedeuten

Unsere großzügige Terrasse bereitet die Bühne für Konzerte und Theater. Aber war das eine Arbeit! Unzählige Schrauben versenkten wir in den Brettern oder dazwischen. Zum Glück eignet sich der Platz jetzt auch hervorragend zum Ausruhen.
Für den Bau des Hauses haben wir den bereits vorhandenen Schultümpel abgepumpt, die Tiere umgesiedelt und dann den Teich vergrößert. Kurz nach der Wiederbefüllung kamen die Tiere selbstständig zurück und die Menschen erreichen nun über einen Steg unser kleines Haus am See.

Der Weg zur Beleuchtung

Schon immer wollten wir eine tolle Akustikdecke haben. Dass sie selbstgebaut und aus demselben Holz wie der Boden ist, erkennt man sofort. Denn wir nutzen gerne Reste! Der Boden entstand aus einem Restposten und da die Bretter etwas zu dick waren, haben wir sie in der Sägerei auf Maß gesägt. Der jetzige Rest vom Rest war perfekt für unsere Decke. In stundenlanger Arbeit – sägen, streichen, tackern – haben wir knapp 9000 Euro (rund 90 %) gespart.
Unter unserer Akustikdecke verbergen sich Lüftungskanäle, diese tauschen die Luft aus, ohne dass uns im Winter Wärme verloren geht. Auf der Akustikdecke sieht man die tollen Lampen, welche wir selbst angebracht haben. Wir wollten, dass die Lampen in einer ordentlichen Linie sind und nicht kunterbunt im Raum verteilt – da war mal wieder präzises Vermessen gefragt…

Unsere eigenen vier Wände
 
Ein kleiner großer Hingucker im Hauptraum des Hauses ist unsere Lehmwand. Sie schafft nicht nur ein optisch angenehmes Raumklima, sondern reguliert auch die Luftfeuchtigkeit: die Lehmwand nimmt Feuchtigkeit auf und kann sie auch wieder abgeben. Zwischen mehreren Schichten des Naturmaterials versteckt sich zusätzlich eine Wandheizung, falls die Temperatur im Winter zu niedrig wird. Die restlichen Wände verkleideten wir mit Gipskarton und verspachtelten die Fugen. Im Kontrast zum warmen Braun der Lehmwand haben wir die restlichen Wände weiß gestrichen: So erhalten wir eine modern-gemütliche Atmosphäre.

Die hölzerne Thermoskanne
 
Kalt bleibt kalt und warm bleibt warm. Diesen Effekt erreichen wir bei unserem Haus wie bei einer Thermoskanne mit einer dicken Dämmschicht, um es im Sommer etwas kühler und im Winter etwas wärmer zu haben.
Die einzige Zutat dafür sind dutzende Blöcke aus Holzwolle, die in einem großen Schredder zerkleinert werden. Durch einen langen Schlauch wird nun die Holzwolle in die etwa 30 cm tiefen Hohlräume der Wand geblasen. Dies wird solange wiederholt, bis alle Löcher in der Wand gestopft sind. Planen Sie daher einen großzügigen Vormittag ein und beachten Sie, einen engen Kragen anzulegen (denn nicht nur in der Wand landen die Holzfasern). Nicht zu empfehlen ohne Tragen einer Maske.